Marktinfo - Quitten
Die Quitte war schon bei den Griechen und Römern beliebt
Roh sind Quitten, auch Venusapfel oder Adonisapfel genannt, normalerweise ungeniessbar. Weiche Quittensorten, die auch roh genossen werden können, reifen nur unter warmer, südlicher Sonne. Das Fruchtfleisch der Quitte ist mit zahlreichen Steinzellen durchsetzt, die die Frucht hart, trocken und knorpelig machen. Quitten eignen sich zur Verarbeitung zu Süssigkeiten wie zum Beispiel Quittengelee und Quittenbrot. Schon die Portugiesen wussten dies und nannten sie "marmelo" - Honigapfel. Ihr Quittenmuss ist die Urform unserer heutigen "Marmelade". Gibt man Apfel- und Zwetschgenmus einen kleinen Quittenanteil bei, werden diese dadurch schmackhafter.
Eine bedeutende Rolle spielten sie wohl auch in der griechischen Mythologie. Quitten galten früher als Glücks- und Fruchtbarkeitssymbol. So glaubt man heute, dass etwa der goldene Apfel des Paris oder die Hesperiden-Äpfel eigentlich Quitten waren. Als Frucht der Liebesgöttin Aphrodite (röm. Venus) galt sie als Symbol für Glück, Liebe und Fruchtbarkeit. Im alten Rom waren die gelben Früchte als Weihegabe an die Nachtgöttin in den Herrenzimmern zu finden, wo sie ihren starken, zitronenähnlichen Duft verbreiten und die Angebetete betören sollte. Die alten Römer verwendeten sie als Opfergaben und zur Parfümherstellung.
Die Quitte war schon im Altertum die einzige der alteingewanderten Obstarten, von der man fast alle Teile in der Heilkunde oder zu praktischen Zwecken genutzt hat. Die Ärzte gaben damals Quittensaft als Gegenmittel bei Vergiftungen, diese Wirkung beruht auf dem Anteil an Pektinen und Phenolen.
Aus den Samen der Quitte, auch Küttenkerne genannt, lässt sich Quittenschleim zubereiten. Dazu werden die ganzen Kerne (niemals zerstossene Kerne verwenden, weil sie Blausäure enthalten) mit wenig frischem Wasser gekocht. Der zähe Schleim kann für Umschläge bei Verbrennungen, Verbrühungen und rissiger Haut verwendet werden. Als "Hustenbonbons" leisten getrocknete Quittenkerne, einfach nur gelutscht, wirksame Dienste. Zerkauen sollte man die Kerne aber nicht, sie schmecken extrem bitter.
Einkauf und Lagerung der Quitten
Achten Sie beim Einkauf auf den Duft der Quitten, reife Früchte duften intensiv nach Zitrone und Apfel. Ausserdem ist auf ihrer Schale kaum noch etwas von dem charakteristischen Flaum zu finden. Kleine Quitten schmecken übrigens besser als große. Es gibt zwei Quittensorten: die in der Form eines Apfels und Birnenquitten. Apfelförmige haben eine härtere Schale und sind weniger saftig als Birnenförmige, dafür sind sie herzhafter im Geschmack. Quitten sind sehr schnell verdorben, wenn sie Druckstellen bekommen.
Vollreife Quitten können im Gemüsefach des Kühlschranks noch bis zu einer Woche aufbewahrt werden. Quitten nicht mit anderen empfindlichen Lebensmitteln zusammen lagern, weil sich das intensive Aroma der Quitten übertragen kann. Früchte, die noch nicht ganz reif und weich sind, lassen sich an einem kühlen Ort (nicht Kühlschrank) einen Monat aufbewahren. Tiefgefroren halten sich Quitten ca. ein Jahr. Sie müssen vorher geschält und blanchiert werden.
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